Von der Anschaffung über den Betrieb bis zu den Einnahmen für Flächeneigentümer: So setzen sich die Kosten einer Windkraftanlage zusammen – und was das für Sie als Grundstückseigentümer bedeutet.
Windkraft ist eine der tragenden Säulen der Energiewende – und gleichzeitig ein erhebliches Investitionsvorhaben. Wer die Kosten einer Windkraftanlage verstehen will, muss verschiedene Positionen kennen: von den reinen Anlagenkosten über Planung, Genehmigung und Netzanbindung bis hin zu den laufenden Betriebs- und Wartungskosten über eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.
Für Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen ist das Thema aus einem anderen Blickwinkel relevant: Sie investieren nicht selbst, profitieren aber über Pachteinnahmen, Gewerbesteuer und Kommunalabgaben von den Projekten auf ihren Flächen. In diesem Ratgeber erklären wir beide Perspektiven – transparent, fachlich und ohne Beschönigung.
Was kostet eine Windkraftanlage? Die Gesamtinvestition im Überblick
Die Kosten einer modernen Onshore-Windkraftanlage setzen sich aus zwei großen Blöcken zusammen: den Hauptinvestitionskosten für die Anlage selbst und den Investitionsnebenkosten für alles, was drumherum nötig ist.
Hauptinvestitionskosten
Die Hauptinvestitionskosten umfassen die Windkraftanlage inklusive Turm, Gondel, Rotor, Fundament sowie Anlieferung und Errichtung. Nach aktuellen Erhebungen der Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums liegen die spezifischen Hauptinvestitionskosten bei rund 1.240 Euro pro Kilowatt Nennleistung (Stand Sommer 2025). Die Kosten verteilen sich im Durchschnitt zu etwa 67 Prozent auf Turm, Gondel und Rotor, zu rund 7 Prozent auf das Fundament und zu etwa 26 Prozent auf Logistik und Errichtung.
Für eine aktuelle Anlage der 7-MW-Klasse – wie sie heute bei Neuinstallationen üblich ist – bedeutet das Hauptinvestitionskosten von rund 8,7 bis 9 Millionen Euro.
Investitionsnebenkosten
Zu den Hauptinvestitionskosten kommen erhebliche Nebenkosten hinzu. Die Deutsche WindGuard beziffert diese auf rund 550 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Bei einer 7,2-MW-Anlage sind das zusätzlich knapp 4 Millionen Euro.
Die Investitionsnebenkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen: Planungskosten bilden den größten Posten und umfassen den internen Personalaufwand für die Projektentwicklung, verschiedene Gutachten (Wind, Schall, Ökologie, Artenschutz) sowie rechtliche Beratung. Hinzu kommen die Kosten für den Netzanschluss, also die Kabelverlegung und Anbindung an das nächste Umspannwerk, die je nach Entfernung stark variieren können. Wegebau und Flächenherrichtung fallen an, damit Schwertransporte die Baustelle erreichen und die Kranstellfläche vorbereitet werden kann. Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die Kosten für Grundbucheintragungen und dingliche Sicherungen ergänzen die Nebenkosten.
Gesamtinvestition pro Anlage
Zusammengenommen liegt die Gesamtinvestition für eine moderne 7,2-MW-Onshore-Windkraftanlage bei rund 12 bis 13 Millionen Euro. In einem Windpark mit fünf Anlagen lassen sich durch Skaleneffekte Einsparungen von etwa 7,5 Prozent pro Anlage erzielen, sodass die Einzelanlage auf knapp 12 Millionen Euro kommt.
Zum Vergleich: Noch vor zehn Jahren lagen die Gesamtkosten einer durchschnittlichen Anlage bei rund 4 bis 5 Millionen Euro – allerdings bei deutlich geringerer Leistung (2 bis 3 MW). Bezogen auf die installierte Leistung sind die spezifischen Kosten pro Kilowatt über die Jahre tendenziell gesunken, während die absolute Investitionssumme pro Anlage durch die größere Dimensionierung gestiegen ist.
Laufende Kosten: Betrieb und Wartung
Neben der Anfangsinvestition fallen über die gesamte Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren laufende Kosten an. Diese umfassen unter anderem Wartung und Instandhaltung der Anlage, Versicherungen, Pacht für die Standortfläche, kaufmännische und technische Betriebsführung, Direktvermarktung des erzeugten Stroms sowie Rücklagen für den Rückbau am Ende der Laufzeit.
Die jährlichen Betriebskosten liegen erfahrungsgemäß bei rund 2 bis 3 Prozent der Gesamtinvestition, also bei einer 7-MW-Anlage in einer Größenordnung von 250.000 bis 400.000 Euro pro Jahr. Über die gesamte Lebensdauer summieren sich die Betriebskosten auf einen erheblichen Betrag, der in jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden muss.
Was kostet der Strom aus Wind? Stromgestehungskosten im Vergleich
Ein zentraler Maßstab für die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage sind die sogenannten Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity, LCOE). Sie geben an, was die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer der Anlage kostet – inklusive aller Investitions-, Betriebs- und Finanzierungskosten.
Für Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland liegen die Stromgestehungskosten aktuell zwischen rund 4 und 8 Cent pro Kilowattstunde, abhängig von Standort und Windverhältnissen. An guten Standorten mit hohen Volllaststunden zählt Onshore-Wind damit neben der Freiflächen-Photovoltaik zu den günstigsten Stromerzeugungstechnologien überhaupt – und ist deutlich günstiger als neue Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerke.
Die Volllaststunden – also die rechnerische Anzahl an Stunden, die eine Anlage pro Jahr bei voller Leistung produziert – variieren in Deutschland stark. Das Fraunhofer-Institut nennt für 2025 einen Durchschnitt von rund 1.600 Volllaststunden für Onshore-Anlagen, wobei gute Standorte im Norden und an der Küste deutlich höhere Werte erreichen.
Wie refinanziert sich eine Windkraftanlage?
Die Einnahmen eines Windkraftprojekts stammen im Wesentlichen aus dem Verkauf des erzeugten Stroms. Seit dem EEG 2017 erfolgt die Vergütung über ein Ausschreibungsverfahren, bei dem Projektentwickler auf den sogenannten „Anzulegenden Wert“ bieten. Dieser lag 2024 noch bei relativ stabilen 7,3 Cent pro Kilowattstunde, ist jedoch im Laufe des Jahres 2025 auf rund 6 Cent gesunken. Für 2026 hat die Bundesnetzagentur den Höchstwert auf 7,25 Cent pro Kilowattstunde festgelegt, die tatsächlichen Zuschlagswerte dürften aber deutlich darunter liegen.
Zusätzlich erzielen Betreiber Einnahmen aus dem Stromhandel am Spotmarkt, aus der Bereitstellung von Regelenergie und zunehmend über langfristige Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) mit Industriekunden. Die Kombination dieser Erlösquellen bestimmt, ob sich ein Projekt wirtschaftlich trägt.
Was bedeutet das für Flächeneigentümer?
Als Flächeneigentümer, Landwirt oder Kommune tragen Sie kein Investitionsrisiko – Sie stellen die Fläche zur Verfügung und erhalten im Gegenzug vertraglich gesicherte Einnahmen. Die gesamte Investition, Planung und Umsetzung liegt beim Projektentwickler.
Pachteinnahmen
Die Pachteinnahmen für Windkraftstandorte gehören zu den attraktivsten Einnahmequellen in der Landwirtschaft. Die genaue Höhe hängt von der Anlagengröße, den Windverhältnissen und den vertraglichen Vereinbarungen ab. In der Regel wird die Pacht als Kombination aus einer festen Grundpacht und einer ertragsabhängigen Komponente vereinbart, sodass Flächeneigentümer direkt von einer guten Stromproduktion profitieren.
Kommunalabgaben nach § 6 EEG
Zusätzlich zur Pacht können Kommunen von der Kommunalabgabe nach § 6 EEG profitieren. Diese freiwillige Zahlung der Betreiber beträgt 0,2 Cent pro Kilowattstunde erzeugten Stroms – ohne Gegenleistung. Bei einer modernen 7-MW-Anlage mit rund 1.600 Volllaststunden entspricht das einer jährlichen Zahlung von über 22.000 Euro an die Standortgemeinde.
Gewerbesteuer
Nach geltendem Recht werden 90 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer am Standort der Anlage gezahlt. Für Kommunen in ländlichen Regionen kann das eine erhebliche Einnahmequelle darstellen, die über die gesamte Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren fließt.
Vorhalteentgelt und Vertragslaufzeiten
Zwischen Vertragsabschluss und Inbetriebnahme vergehen häufig mehrere Jahre. Seriöse Projektentwickler vereinbaren für diese Phase ein jährliches Vorhalteentgelt, sodass Flächeneigentümer von Beginn an Einnahmen erzielen. Die Vertragslaufzeiten liegen typischerweise bei 20 bis 25 Jahren, mit Option auf Verlängerung.
Investition in Windkraft: Chancen und Risiken ehrlich betrachtet
Windkraft ist eine langfristige Investition mit solider Perspektive, aber auch mit Herausforderungen.
Für die wirtschaftliche Attraktivität sprechen mehrere Faktoren: Onshore-Windkraft zählt zu den günstigsten Stromerzeugungstechnologien. Der politische Rahmen sieht einen massiven Ausbau vor, und die Technologie hat sich über Jahrzehnte bewährt. Für Flächeneigentümer entstehen keine Investitionskosten, da sämtliche Kosten der Projektentwickler trägt.
Gleichzeitig gibt es Aspekte, die realistisch eingeordnet werden müssen: Die Erlöse aus den EEG-Ausschreibungen sind zuletzt gesunken, was den wirtschaftlichen Druck auf Projektentwickler erhöht. Die Genehmigungsverfahren dauern in Deutschland im Durchschnitt mehrere Jahre. Und die Wirtschaftlichkeit eines konkreten Standorts hängt stark von den lokalen Windverhältnissen und der Netzinfrastruktur ab.
Für Flächeneigentümer bedeutet das: Die Verpachtung Ihrer Fläche für Windkraft bleibt attraktiv – vorausgesetzt, der Standort ist geeignet und der Projektentwickler arbeitet seriös und wirtschaftlich solide. Genau hier setzt eine unabhängige Beratung an.
Wie TARANIS Sie unterstützt
Taranis begleitet Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen bei der Frage, ob ihr Grundstück für Windkraft geeignet ist – und sorgt dafür, dass die Rahmenbedingungen stimmen.
Standortprüfung und Eignungsanalyse: Wir analysieren Ihre Fläche hinsichtlich Windpotenzial, Netzanschluss, planungsrechtlichem Rahmen und Genehmigungsfähigkeit. Unsere GIS-gestützte Flächenanalyse liefert belastbare Ergebnisse.
Vermittlung an geprüfte Projektentwickler: Wir bringen Sie mit erfahrenen und seriösen Partnern zusammen, die faire Konditionen bieten und langfristig wirtschaftlich arbeiten.
Vertragsbegleitung: Pachtverträge für Windkraftanlagen sind komplex. Wir unterstützen Sie bei der Prüfung und Verhandlung, damit Ihre Interessen gewahrt bleiben – von der Pachthöhe über Rückbauverpflichtungen bis zur Absicherung bei Pächterwechsel.
Eigentümerklärung und Grundbuchrecherche: Gerade bei Flächen mit mehreren Eigentümern oder komplexen Eigentumsverhältnissen übernehmen wir die vollständige Klärung und Dokumentation.
Begleitung durch den gesamten Prozess: Von der ersten Prüfung bis zum unterschriebenen Vertrag stehen wir an Ihrer Seite – und auch danach als Ansprechpartner, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
Häufige Fragen
Was kostet eine Windkraftanlage aktuell?
Eine moderne Onshore-Anlage mit rund 7 MW Leistung kostet inklusive aller Nebenkosten zwischen 12 und 13 Millionen Euro. Die spezifischen Kosten liegen bei rund 1.240 Euro pro Kilowatt für die Anlage selbst, plus etwa 550 Euro pro Kilowatt für Planung, Netzanschluss, Wegebau und Kompensationsmaßnahmen.
Wer bezahlt die Windkraftanlage?
Die gesamte Investition trägt der Projektentwickler bzw. die Betreibergesellschaft. Flächeneigentümer stellen lediglich das Grundstück zur Verfügung und erhalten dafür Pachteinnahmen. Es entstehen keine Investitionskosten für den Eigentümer.
Wie lange dauert es, bis sich eine Windkraftanlage amortisiert?
Die Amortisationszeit hängt stark vom Standort, den Windverhältnissen und den erzielten Strompreisen ab. An guten Standorten rechnen Projektentwickler mit einer Amortisation innerhalb von 8 bis 12 Jahren bei einer Gesamtlaufzeit von 20 bis 25 Jahren.
Welche Flächen eignen sich für Windkraft?
Grundsätzlich werden zusammenhängende Flächen ab etwa 30 Hektar benötigt. Entscheidend sind die Windverhältnisse, die Entfernung zu Wohnbebauung (Abstandsregelungen variieren nach Bundesland), der planungsrechtliche Rahmen und der Netzanschluss. Auch Waldflächen und landwirtschaftliche Nutzflächen kommen infrage.
Was verdiene ich als Flächeneigentümer?
Die Pachteinnahmen hängen von Anlagengröße, Standort und Vertragsbedingungen ab. Üblich ist eine Kombination aus Grundpacht und ertragsabhängiger Komponente. Zusätzlich profitieren Kommunen von Gewerbesteuer und der Kommunalabgabe nach § 6 EEG.
Lohnt sich Windkraft noch angesichts sinkender Strompreise?
Onshore-Windkraft gehört weiterhin zu den günstigsten Stromerzeugungstechnologien. Die gesunkenen Ausschreibungswerte erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Projektentwickler, machen die Technologie für Flächeneigentümer aber nicht unattraktiv – denn die Pachteinnahmen sind vertraglich fixiert und vom Strompreis entkoppelt.
Was passiert nach Ablauf der Betriebszeit?
Nach Ende der Vertragslaufzeit wird die Anlage auf Kosten des Betreibers zurückgebaut und die Fläche wiederhergestellt. Alternativ kann eine Vertragsverlängerung vereinbart werden, oder es erfolgt ein Repowering – also der Ersatz der alten Anlage durch eine neue, leistungsfähigere.
So geht es weiter
Sie möchten wissen, ob Ihre Fläche für ein Windkraftprojekt geeignet ist? Wir prüfen die Eignung Ihres Standorts kostenfrei und unverbindlich – und geben Ihnen eine transparente Einschätzung zu Potenzial, Pachtmöglichkeiten und nächsten Schritten.
TARANIS – Erneuerbare Energien GmbH Telefon: +49 341 5501 5507 E-Mail: info@taranis-windsolar.de Web: taranis-windsolar.de
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