Photovoltaik Freiflächenanlage: Was Sie als Flächeneigentümer wissen müssen

Welche Flächen eignen sich für einen Solarpark? Wie hoch sind die Pachteinnahmen? Und was passiert zwischen der ersten Anfrage und dem fertigen Projekt? Ein vollständiger Überblick für Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen.

Freiflächen-Photovoltaik gehört zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung in Deutschland. Solarparks auf Acker-, Grün- oder Konversionsflächen liefern sauberen Strom zu Gestehungskosten von rund 3 bis 6 Cent pro Kilowattstunde – und wachsen rasant: Bis 2030 soll die installierte PV-Leistung in Deutschland auf 200 Gigawatt steigen, wobei etwa die Hälfte auf Freiflächenanlagen entfallen soll.

Für Flächeneigentümer bedeutet das: Die Nachfrage nach geeigneten Grundstücken ist hoch, die Pachteinnahmen liegen deutlich über der klassischen Landwirtschaft – und der gesamte Aufwand liegt beim Projektentwickler. In diesem Ratgeber erklären wir, wie eine PV-Freiflächenanlage funktioniert, welche Voraussetzungen Ihr Grundstück erfüllen muss und wie Taranis Sie durch den Prozess begleitet.

Was ist eine Photovoltaik Freiflächenanlage?

Eine Photovoltaik Freiflächenanlage – kurz PV-FFA oder Solarpark – ist eine großflächige Solaranlage, die nicht auf Gebäuden, sondern direkt auf dem Boden errichtet wird. Die Solarmodule werden auf Metallgestellen montiert, die in den Boden gerammt werden, sodass kein Fundament im eigentlichen Sinne nötig ist. Nach Ablauf der Nutzungsdauer lassen sich die Gestelle rückstandsfrei entfernen.

Typische Freiflächenanlagen haben eine installierte Leistung von mehreren Megawatt bis hin zu dreistelligen Megawatt-Bereichen. Pro Hektar Fläche lassen sich je nach Modultechnologie und Aufständerung etwa 0,8 bis 1,4 Megawatt-Peak (MWp) installieren. Eine Anlage auf 10 Hektar erzeugt damit rechnerisch genug Strom, um rund 2.500 bis 3.500 Haushalte zu versorgen.

Welche Flächen eignen sich?

Nicht jedes Grundstück kommt für eine Freiflächenanlage infrage. Die Eignung hängt von mehreren Faktoren ab – wobei der Netzanschluss und das Planungsrecht in der Praxis die entscheidenden Hürden darstellen.

Mindestgröße

Projektentwickler setzen in der Regel eine zusammenhängende Fläche von mindestens 5 Hektar voraus, damit ein Solarpark wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden kann. Kleinere Flächen können in Ausnahmefällen geeignet sein, etwa wenn sie direkt neben einem Netzverknüpfungspunkt liegen oder in Kombination mit benachbarten Flächen erschlossen werden können.

Netzanschluss

Der wohl wichtigste wirtschaftliche Faktor: Je näher die Fläche an einem geeigneten Einspeisepunkt liegt, desto geringer fallen die Kosten für die Netzanbindung aus. Kabel- und Trassenkosten können bei großer Entfernung zum Umspannwerk schnell mehrere hunderttausend Euro betragen und ein Projekt unwirtschaftlich machen.

EEG-förderfähige Flächenkulissen

Für Freiflächenanlagen über 1 MWp, die an den EEG-Ausschreibungen teilnehmen wollen, definiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz bestimmte förderfähige Flächenkategorien. Dazu gehören Flächen entlang von Autobahnen und zweigleisigen Schienenwegen in einem Korridor von bis zu 500 Metern beidseitig, Konversionsflächen wie ehemalige Deponien, Militärgelände oder Industriebrachen, Flächen in benachteiligten Gebieten (sofern das jeweilige Bundesland die Länderöffnungsklausel aktiviert hat) sowie versiegelte Flächen. Darüber hinaus sind auch Projekte ohne EEG-Förderung möglich, etwa über Power Purchase Agreements (PPAs) – langfristige Stromlieferverträge mit Industriekunden. In diesem Fall gelten die Flächenbeschränkungen des EEG nicht.

Baurechtliche Voraussetzungen

PV-Freiflächenanlagen sind im Außenbereich nicht generell baurechtlich privilegiert. In den meisten Fällen ist ein Bebauungsplan oder eine Einzelfallgenehmigung erforderlich. Auf Flächen in den begünstigten Korridoren entlang von Autobahnen und Bahnstrecken kann das Verfahren vereinfacht ablaufen. Entscheidend ist in jedem Fall die Mitwirkung der Kommune, die über ihre Planungshoheit die Flächennutzung steuert.

Ausschlusskriterien

Nicht geeignet sind Flächen in Naturschutzgebieten, Biotopen, Überschwemmungsgebieten und anderen ökologisch sensiblen Bereichen. Auch Abstände zu Wohnbebauung müssen eingehalten werden, wobei die konkreten Vorgaben je nach Bundesland variieren.

Was bringt ein Solarpark finanziell? Pachteinnahmen im Überblick

Die Verpachtung von Flächen für Freiflächen-Photovoltaik ist für Grundstückseigentümer eine der wirtschaftlich attraktivsten Nutzungsformen – insbesondere im Vergleich zur klassischen Landwirtschaft.

Pachtpreise

Die durchschnittliche landwirtschaftliche Pacht liegt in Deutschland bei rund 357 Euro pro Hektar und Jahr. Für Solarparks bewegen sich die Pachten in einer deutlich höheren Größenordnung: Üblich sind Pachteinnahmen zwischen 3.500 und 5.500 Euro pro Hektar und Jahr, in besonders günstigen Lagen mit guter Netzanbindung auch darüber.

Die konkrete Pachthöhe hängt von mehreren Faktoren ab: der Sonneneinstrahlung am Standort, der Entfernung zum Netzanschlusspunkt, der baurechtlichen Ausgangslage und Genehmigungsfähigkeit, der Flächengröße und -beschaffenheit, der Bodenqualität (da auf ertragreichen Böden die Opportunitätskosten höher sind) sowie den regionalen Marktbedingungen.

Vertragslaufzeiten und Zahlungsstruktur

Pachtverträge für Solarparks laufen typischerweise über 20 bis 30 Jahre, mit Option auf Verlängerung. Zwischen Vertragsabschluss und Baubeginn wird in der Regel ein Vorhalteentgelt gezahlt, sodass bereits während der Planungs- und Genehmigungsphase Einnahmen fließen. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird die Anlage auf Kosten des Betreibers vollständig zurückgebaut und die Fläche wiederhergestellt.

Zusätzliche Einnahmen für Kommunen

Kommunen profitieren über die reine Flächenpacht hinaus auf mehreren Wegen. Die Kommunalabgabe nach § 6 EEG ermöglicht eine freiwillige Zahlung von bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde – ohne Gegenleistung. Bei einem 10-MWp-Solarpark mit rund 1.000 Volllaststunden entspricht das etwa 20.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Gewerbesteuereinnahmen, da 90 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer am Standort der Anlage gezahlt werden.

Wie läuft ein Freiflächen-PV-Projekt ab?

Der Weg vom ersten Gespräch bis zum fertig installierten Solarpark dauert in der Regel zwei bis fünf Jahre. Der Prozess lässt sich in mehrere Phasen gliedern.

Standortprüfung und Flächenbewertung

Am Anfang steht die Analyse: Ist die Fläche grundsätzlich geeignet? Wie sieht es mit Netzanschluss, Planungsrecht, Sonneneinstrahlung und möglichen Ausschlusskriterien aus? Diese Erstprüfung erfolgt GIS-gestützt und liefert eine belastbare Einschätzung, ob ein Projekt realistisch ist.

Eigentümerklärung und Kontaktaufnahme

Parallel wird geprüft, wem die Fläche gehört und ob alle Eigentümer erreichbar und gesprächsbereit sind. Gerade bei Flächen mit mehreren Eigentümern oder Erbengemeinschaften ist dieser Schritt häufig aufwändiger als erwartet.

Abstimmung mit der Kommune

Ohne das Einvernehmen der Kommune geht in der Regel nichts. In einem frühen Stadium wird das Gespräch mit der Gemeindeverwaltung gesucht, um die grundsätzliche Bereitschaft zur Aufstellung eines Bebauungsplans zu klären und die Vorteile für die Kommune darzustellen.

Verhandlung und Abschluss der Pachtverträge

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, werden die Pachtverträge verhandelt. Dabei geht es um die Pachthöhe, das Vorhalteentgelt, die Rückbauverpflichtung, Kündigungsklauseln und die Regelung bei Pächterwechsel.

Genehmigung und Bau

Nach Vertragsabschluss folgen die Bauleitplanung, das Genehmigungsverfahren und – nach erfolgreichem Abschluss – die EEG-Ausschreibung oder der Abschluss eines PPA. Die eigentliche Bauphase eines Solarparks dauert dann meist nur wenige Monate.

Was bei der Agri-Photovoltaik anders ist

Eine Sonderform der Freiflächen-PV ist die Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Dabei werden die Solarmodule so installiert, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche weiterhin möglich bleibt – entweder durch hochaufgeständerte Module, unter denen Traktoren durchfahren können, oder durch vertikale Modulreihen mit ausreichend Abstand.

Agri-PV wird energie- und agrarpolitisch besonders unterstützt und erhält im Rahmen der EEG-Ausschreibungen eine eigene Förderkulisse. Für Landwirte, die ihre Flächen weiterhin bewirtschaften möchten, kann Agri-PV eine sinnvolle Ergänzung sein, die zusätzliche Einnahmen ermöglicht, ohne die landwirtschaftliche Produktion aufzugeben.

Worauf Sie im Pachtvertrag achten sollten

Ein Pachtvertrag für einen Solarpark ist ein langfristiges Dokument, das sorgfältig geprüft werden sollte. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Vorhalteentgelt: Stellen Sie sicher, dass zwischen Vertragsabschluss und Baubeginn eine jährliche Zahlung vereinbart ist, damit Sie nicht jahrelang ohne Einnahmen auf den Baustart warten.

Rückbauverpflichtung und Sicherheiten: Der Betreiber muss die vollständige Wiederherstellung der Fläche nach Vertragsende garantieren – und dafür eine Sicherheit hinterlegen, etwa in Form einer Bankbürgschaft.

Kündigungsrecht: Wenn innerhalb einer definierten Frist keine Baugenehmigung erteilt oder mit dem Bau begonnen wird, sollten Sie ein Sonderkündigungsrecht haben.

Pächterwechsel: Projektentwickler übertragen Pachtverträge häufig an Betreibergesellschaften. Vereinbaren Sie, dass Ihr Einverständnis bei einem Pächterwechsel erforderlich ist.

Wegerechte und Nebennutzungen: Klären Sie vorab, ob und wie Zufahrtswege, Kabeltrassen oder Nebenanlagen geregelt werden – und wer für etwaige Schäden an Wegen oder Drainage haftet.

Steuerliche Aspekte: Pachteinnahmen aus Solarparks unterliegen der Einkommenssteuer. In vielen Fällen ist es sinnvoll, freiwillig auf die Umsatzsteuerbefreiung zu verzichten. Lassen Sie sich hierzu steuerlich beraten.

Wie TARANIS Sie unterstützt

Taranis begleitet Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen auf dem gesamten Weg – von der ersten Prüfung bis zum abgeschlossenen Pachtvertrag.

Kostenlose Ersteinschätzung: Wir prüfen Ihre Fläche hinsichtlich Sonneneinstrahlung, Netzanschluss, planungsrechtlicher Eignung und Marktpotenzial – unverbindlich und ohne Kosten für Sie.

GIS-gestützte Standortanalyse: Unsere Flächenanalyse basiert auf Geodaten und liefert belastbare Ergebnisse zu Eignung, Potenzial und möglichen Hindernissen.

Eigentümerklärung: Wir recherchieren Eigentumsverhältnisse über Kataster- und Grundbuchämter, klären Erbengemeinschaften und stellen den Kontakt zu allen relevanten Parteien her.

Vermittlung an geprüfte Projektentwickler: Wir bringen Sie mit seriösen Partnern zusammen, die faire Konditionen bieten – und achten darauf, dass Ihre Interessen als Eigentümer gewahrt bleiben.

Vertragsbegleitung: Pachtverträge für Solarparks sind komplex. Wir unterstützen Sie bei der Prüfung und Verhandlung der Konditionen – transparent und mit Blick auf langfristige Sicherheit.

Kommunikation mit der Kommune: Wir übernehmen den Dialog mit der Gemeindeverwaltung, präsentieren das Projekt und klären die Voraussetzungen für die Bauleitplanung.

Häufige Fragen

Wie groß muss meine Fläche mindestens sein?

In der Regel setzen Projektentwickler eine zusammenhängende Fläche von mindestens 5 Hektar voraus. In Ausnahmefällen – etwa bei sehr guter Netzanbindung – können auch kleinere Flächen geeignet sein. Für die Einordnung: 10 Hektar sind etwa 14 Fußballfelder.

Wie viel Pacht bekommt man für einen Solarpark?

Die Pachteinnahmen liegen typischerweise zwischen 3.500 und 5.500 Euro pro Hektar und Jahr – also etwa das Zehn- bis Fünfzehnfache der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Pacht. Die genaue Höhe hängt von Standort, Netzanschluss und Projektgröße ab.

Kann ich meine Fläche trotz Solarpark weiter bewirtschaften?

Bei einer klassischen Freiflächenanlage wird die Fläche während der Vertragslaufzeit nicht landwirtschaftlich genutzt – unter den Modulen wächst in der Regel extensives Grünland, das der Biodiversität zugutekommt. Bei Agri-PV-Anlagen ist eine parallele landwirtschaftliche Nutzung möglich.

Wer trägt die Kosten?

Sämtliche Kosten für Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb trägt der Projektentwickler. Sie als Flächeneigentümer haben keine Investitionskosten. Auch die Kosten für Grundbucheintragungen, Notartermine und Ihre rechtliche Beratung sollte der Projektierer übernehmen.

Welche Flächen sind nach dem EEG förderfähig?

Förderfähig sind unter anderem Flächen entlang von Autobahnen und zweigleisigen Schienenwegen (bis 500 m beidseitig), Konversionsflächen, versiegelte Flächen und Acker- oder Grünland in benachteiligten Gebieten, sofern das Bundesland die Länderöffnungsklausel aktiviert hat. Projekte ohne EEG-Förderung (z. B. über PPAs) unterliegen diesen Flächenbeschränkungen nicht.

Wie lange dauert es vom ersten Gespräch bis zum fertigen Solarpark?

Je nach Komplexität des Standorts und der Genehmigungsverfahren dauert es in der Regel zwei bis fünf Jahre. Die Bauphase selbst ist mit wenigen Monaten vergleichsweise kurz – den größten Zeitaufwand erfordern Planung, Genehmigung und Netzanschluss.

Was passiert nach Ablauf der Vertragslaufzeit?

Die Anlage wird auf Kosten des Betreibers vollständig zurückgebaut und die Fläche wiederhergestellt. Alternativ kann eine Vertragsverlängerung vereinbart werden, oder es werden neue, leistungsfähigere Module installiert (Repowering).

Ist ein Solarpark gut für die Umwelt?

Ja. Neben der klimafreundlichen Stromerzeugung bieten Solarparks auch ökologische Vorteile: Die extensiv gepflegten Flächen unter den Modulen entwickeln sich häufig zu artenreichen Biotopen. Studien zeigen, dass die Biodiversität auf Solarpark-Flächen im Vergleich zu intensiv bewirtschaftetem Ackerland zunehmen kann.

So geht es weiter

Sie möchten wissen, ob Ihre Fläche für eine Photovoltaik Freiflächenanlage geeignet ist? Wir prüfen die Eignung Ihres Standorts kostenfrei und unverbindlich – und geben Ihnen eine klare Einschätzung zu Potenzial, Pachtmöglichkeiten und nächsten Schritten.

TARANIS – Erneuerbare Energien GmbH Telefon: +49 341 5501 5507 E-Mail: info@taranis-windsolar.de Web: taranis-windsolar.de

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