Erneuerbare Energien in Deutschland

Wind, Sonne, Wasser, Biomasse, Geothermie: Strom aus erneuerbaren Energien deckt inzwischen über die Hälfte des deutschen Verbrauchs. Ein Überblick über die verschiedenen Energieträger, aktuelle Zahlen – und die Frage, welche Rolle Ihre Fläche dabei spielen kann.

Die Energiewende ist kein Zukunftsprojekt mehr – sie ist Realität. Im Jahr 2025 stammten rund 55 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft haben fossile Energieträger im Strommix längst überholt. Bis 2030 sollen es 80 Prozent werden.

Für Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen ist diese Entwicklung weit mehr als eine Statistik: Sie bedeutet eine wachsende Nachfrage nach geeigneten Standorten für Windräder, Solarparks, Batteriespeicher und Energieinfrastruktur – und damit die Chance auf langfristige, attraktive Einnahmen. Dieser Ratgeber gibt einen vollständigen Überblick über die erneuerbaren Energieträger, ihren aktuellen Beitrag zur Stromerzeugung und die Möglichkeiten, die sich daraus für Sie ergeben.

Welche erneuerbaren Energien gibt es?

Erneuerbare Energien – auch regenerative Energien genannt – sind Energiequellen, die sich natürlich erneuern und nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl, deren Vorräte endlich sind und deren Verbrennung CO₂ freisetzt, verursachen erneuerbare Energien im Betrieb keine oder nur minimale Treibhausgasemissionen.

In Deutschland spielen fünf erneuerbare Energieträger eine Rolle in der Stromerzeugung:

Windenergie

Windkraft ist der wichtigste erneuerbare Energieträger in Deutschland. Onshore-Windkraftanlagen – also Windräder an Land – erzeugten 2025 den größten Einzelanteil am deutschen Strommix. Ergänzt wird die Onshore-Windkraft durch Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee, die höhere und gleichmäßigere Windgeschwindigkeiten nutzen und dadurch mehr Volllaststunden erreichen.

Ende 2025 waren in Deutschland rund 30.000 Onshore-Windkraftanlagen installiert. Die Windkraft lieferte im gesamten Jahr 2025 rund 131 Milliarden Kilowattstunden Strom und kam damit auf einen Anteil von etwa 30 Prozent an der gesamten Netzeinspeisung. Moderne Anlagen der aktuellen Generation erreichen Nennleistungen von 6 bis 7 Megawatt und Nabenhöhen von über 160 Metern.

Für Flächeneigentümer ist Windkraft einer der attraktivsten Bereiche: Die Pachteinnahmen für Windkraftstandorte gehören zu den höchsten in der erneuerbaren Energiebranche, und ein einzelnes Windrad beansprucht vergleichsweise wenig Fläche, sodass die umliegenden Ackerflächen weiter bewirtschaftet werden können.

Photovoltaik (Solarenergie)

Photovoltaik – die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom – ist der am schnellsten wachsende erneuerbare Energieträger. 2025 erreichte die Solarstromerzeugung mit rund 70 Milliarden Kilowattstunden (Netzeinspeisung) einen neuen Rekordwert und stieg auf einen Anteil von 16 Prozent an der Gesamteinspeisung. Rechnet man den Eigenverbrauch von Dachanlagen hinzu, liegt die tatsächliche Solarstromerzeugung sogar bei über 90 Milliarden Kilowattstunden.

Ende 2025 waren knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 120 Gigawatt installiert – ein Plus von etwa 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ausbau erfolgt sowohl auf Dächern als auch auf Freiflächen. Gerade Freiflächen-Photovoltaik spielt für die Erreichung der Ausbauziele eine zentrale Rolle: Bis 2030 soll die installierte PV-Leistung auf 200 Gigawatt steigen, wobei etwa die Hälfte auf Freiflächenanlagen entfallen soll.

Für Flächeneigentümer bieten Solarparks eine wirtschaftlich attraktive Nutzung ihrer Flächen, mit Pachteinnahmen, die deutlich über der landwirtschaftlichen Pacht liegen. Auch die Agri-Photovoltaik – die Kombination von Solarstromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche – gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Biomasse

Biomasse umfasst die energetische Nutzung organischer Materialien – von Holz über Pflanzenreste und Gülle bis hin zu Biogas aus landwirtschaftlichen Substraten. Biomasseanlagen lieferten 2025 rund 41 Milliarden Kilowattstunden Strom. Ihr besonderer Vorteil gegenüber Wind und Sonne: Biomasse ist regelbar, kann also unabhängig vom Wetter Strom erzeugen und damit zur Netzstabilität beitragen.

Im Wärmebereich ist Biomasse mit einem Anteil von rund 84 Prozent sogar der mit Abstand wichtigste erneuerbare Energieträger. Die Nutzung von fester Biomasse – überwiegend Holz – dominiert, ergänzt durch gasförmige (Biogas) und flüssige Bioenergieträger.

Für landwirtschaftliche Betriebe ist Biogas ein etabliertes Geschäftsmodell, das sich gut mit der Flächenverpachtung für Wind oder Solar kombinieren lässt.

Wasserkraft

Wasserkraft ist die älteste Form der erneuerbaren Stromerzeugung. In Deutschland lieferten Wasserkraftwerke 2025 rund 16 Milliarden Kilowattstunden Strom, ein Anteil von etwa 3,6 Prozent an der Gesamteinspeisung. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf unterdurchschnittliche Niederschläge zurückzuführen.

Das Ausbaupotenzial für Wasserkraft in Deutschland ist weitgehend ausgeschöpft. Die installierten Kapazitäten von knapp 6 Gigawatt sind seit Jahren stabil. Dennoch bleibt Wasserkraft ein wichtiger Bestandteil des Energiemixes, insbesondere durch Pumpspeicherkraftwerke, die als Energiespeicher dienen.

Geothermie

Geothermie nutzt die Wärme aus dem Erdinneren. In Deutschland spielt sie in der Stromerzeugung bisher nur eine untergeordnete Rolle, gewinnt aber im Wärmebereich an Bedeutung – insbesondere in Kombination mit Wärmepumpen. Die aus Umweltwärme und Geothermie nutzbar gemachte Wärmemenge stieg 2025 um 17 Prozent und ist damit der dynamischste Treiber der Wärmewende.

Erneuerbare Energien aktuell: Die wichtigsten Zahlen

Der aktuelle Stand der erneuerbaren Energien in Deutschland lässt sich an einigen Kennzahlen festmachen:

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag 2025 bei rund 55 Prozent. Im Juni 2025 wurde ein Allzeithoch erreicht, als knapp 73 Prozent der gesamten Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stammten. Im dritten Quartal 2025 lag der Erneuerbaren-Anteil an der Netzeinspeisung bei 64 Prozent – ein neuer Höchstwert für ein drittes Quartal. Die installierte PV-Leistung wuchs 2025 um rund 17.600 MW auf fast 120 Gigawatt. Die ersten beiden Monate 2026 zeigen einen weiteren Anstieg des Erneuerbaren-Anteils auf rund 50 Prozent, bei gleichzeitig deutlich gestiegener Windstromerzeugung gegenüber dem Vorjahr.

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch zu erreichen, erfordert einen weiterhin beschleunigten Ausbau – insbesondere bei der Windkraft an Land und bei Freiflächen-Photovoltaik.

Strom aus erneuerbaren Energien: Wie die einzelnen Energieträger zum Strommix beitragen

Die Zusammensetzung des deutschen Strommixes hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verschoben. Noch 2018 dominierten konventionelle Energieträger mit rund 356 Milliarden Kilowattstunden gegenüber 208 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Quellen. 2025 hat sich das Verhältnis nahezu umgekehrt: 257 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Quellen standen 181 Milliarden aus konventionellen Quellen gegenüber.

Die Verteilung innerhalb der erneuerbaren Energien zeigt ein klares Bild: Windenergie ist mit rund 30 Prozent der Netzeinspeisung der dominierende Energieträger, gefolgt von Photovoltaik mit 16 Prozent, Biomasse mit rund 8 Prozent und Wasserkraft mit knapp 4 Prozent. Zusammen lieferten diese vier Quellen 2025 rund 257 Milliarden Kilowattstunden ins Netz.

Ein wichtiger Punkt: Strom aus erneuerbaren Energien ist wetterabhängig. Wind und Sonne liefern nicht gleichmäßig, sondern schwankend – mal zu viel, mal zu wenig. Deshalb gewinnen Batteriespeicher, flexible Gaskraftwerke und intelligente Netzsteuerung zunehmend an Bedeutung, um das Stromsystem stabil zu halten. Auch hier entstehen für Flächeneigentümer neue Möglichkeiten: Die Nachfrage nach Standorten für Großbatteriespeicher wächst rasant.

Was bedeutet der Ausbau für Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen?

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ohne Flächen nicht möglich. Jedes Windrad braucht einen Standort, jeder Solarpark braucht Ackerland oder Grünland, jeder Batteriespeicher braucht ein Grundstück in der Nähe eines Netzanschlusspunkts. Das macht Flächeneigentümer zu einem der wichtigsten Partner der Energiewende.

Möglichkeiten für Flächeneigentümer und Landwirte

Die Verpachtung von Flächen für Wind-, Solar- oder Speicherprojekte bietet erhebliche wirtschaftliche Vorteile gegenüber der rein landwirtschaftlichen Nutzung. Die Pachteinnahmen liegen je nach Projekttyp und Standort beim Zehn- bis Fünfzigfachen der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Pacht. Die Verträge laufen typischerweise 20 bis 30 Jahre und bieten damit langfristige Planungssicherheit. Das gesamte Investitionsrisiko trägt der Projektentwickler – Sie als Eigentümer haben keine Kosten. Und nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird die Fläche vollständig wiederhergestellt.

Welcher Projekttyp auf Ihrer Fläche infrage kommt, hängt von den konkreten Standortbedingungen ab. Windkraft erfordert gute Windverhältnisse und ausreichende Abstände zur Wohnbebauung. Photovoltaik benötigt sonnige, zusammenhängende Flächen ab etwa 5 Hektar. Batteriespeicher setzen eine gute Netzanbindung voraus, kommen aber mit vergleichsweise kleinen Flächen aus. Und Agri-PV ermöglicht die parallele landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung.

Möglichkeiten für Kommunen

Kommunen profitieren gleich mehrfach vom Ausbau erneuerbarer Energien auf ihrem Gebiet. Die Gewerbesteuer aus dem Betrieb der Anlagen wird zu 90 Prozent am Standort gezahlt. Über die Kommunalabgabe nach § 6 EEG können Betreiber den Standortgemeinden eine freiwillige Zahlung von bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde leisten – ohne Gegenleistung. Und wenn die Kommune selbst Flächen besitzt, kommen auch Pachteinnahmen hinzu. Darüber hinaus stärken Energieprojekte die regionale Wertschöpfung und positionieren die Gemeinde als zukunftsorientierten Wirtschaftsstandort.

Wie TARANIS Sie dabei unterstützt

Taranis ist als Unternehmen für Flächensicherung und Projektentwicklung im Bereich erneuerbare Energien die Schnittstelle zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern. Wir prüfen, welche Nutzung auf Ihrer Fläche wirtschaftlich sinnvoll ist – ob Wind, Solar, Speicher oder eine Kombination – und begleiten Sie von der ersten Einschätzung bis zum fertigen Pachtvertrag.

Kostenlose Erstprüfung: Wir analysieren Ihre Fläche hinsichtlich Eignung für verschiedene Projekttypen – mit GIS-Daten, Planungsrecht und Netzanschluss.

Eigentümerklärung: Wir recherchieren Eigentumsverhältnisse, klären Erbengemeinschaften und stellen den Kontakt zu allen Beteiligten her.

Vermittlung an Projektentwickler: Wir bringen Sie mit geprüften Partnern zusammen, die zu Ihrem Standort und Ihren Anforderungen passen.

Vertragsbegleitung: Wir unterstützen Sie bei der Prüfung und Verhandlung von Pachtverträgen, damit die Konditionen für Sie stimmen.

Kommunikation mit Gemeinde und Behörden: Wir übernehmen den Dialog mit der Kommune und begleiten den Genehmigungsprozess.

Häufige Fragen

Welche erneuerbaren Energien gibt es in Deutschland?

Die fünf Hauptformen sind Windenergie (onshore und offshore), Photovoltaik (Solarstrom), Biomasse (Biogas, Holz, Pflanzenreste), Wasserkraft und Geothermie. Windkraft und Photovoltaik sind die mit Abstand wichtigsten Quellen in der Stromerzeugung.

Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix?

Im Jahr 2025 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei rund 55 Prozent. Bezogen auf die Netzeinspeisung waren es knapp 59 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung ist ein Anteil von 80 Prozent bis 2030.

Was sind erneuerbare Energieträger?

Erneuerbare Energieträger sind natürliche Energiequellen, die sich in menschlichen Zeiträumen regenerieren. Dazu gehören Wind, Sonnenstrahlung, fließendes Wasser, Biomasse und Erdwärme. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl sind sie nahezu unerschöpflich und verursachen im Betrieb keine oder nur geringe CO₂-Emissionen.

Warum schwankt der Anteil erneuerbarer Energien?

Weil Wind und Sonne wetterabhängig sind. In windreichen und sonnigen Perioden kann der Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung über 70 Prozent steigen, in windschwachen Wintermonaten auf unter 40 Prozent fallen. Genau deshalb sind Speicher und flexible Kraftwerke für die Energiewende so wichtig.

Was bedeutet der Ausbau erneuerbarer Energien für Flächeneigentümer?

Er bedeutet eine wachsende Nachfrage nach geeigneten Standorten – und damit die Chance auf Pachteinnahmen, die ein Vielfaches der landwirtschaftlichen Pacht betragen. Ob Ihre Fläche für Wind, Solar oder Speicher geeignet ist, hängt von Standort, Netzanschluss und Planungsrecht ab.

Kann ich meine Fläche für verschiedene Projekte gleichzeitig nutzen?

Grundsätzlich ja. Windkraftanlagen beanspruchen punktuell wenig Fläche, sodass auf derselben Gesamtfläche zusätzlich ein Solarpark oder ein Batteriespeicher realisiert werden kann. Auch die Kombination von Landwirtschaft und Solarstrom ist über Agri-PV möglich.

Welche Rolle spielen Batteriespeicher?

Batteriespeicher gleichen die Schwankungen von Wind und Sonne aus, indem sie überschüssigen Strom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder einspeisen. Der Markt für Großbatteriespeicher in Deutschland boomt – 2025 hat sich der Zubau gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Für Flächeneigentümer entstehen dadurch neue Verpachtungsmöglichkeiten, oft auf vergleichsweise kleinen Flächen mit hohen Pachterträgen.

So geht es weiter

Sie möchten wissen, welche Möglichkeiten der Energiewende auf Ihren Flächen bestehen? Wir prüfen Ihren Standort kostenfrei und unverbindlich – für Wind, Solar, Speicher oder eine Kombination – und geben Ihnen eine klare Einschätzung zu Potenzial und nächsten Schritten.

TARANIS – Erneuerbare Energien GmbH Telefon: +49 341 5501 5507 E-Mail: info@taranis-windsolar.de Web: taranis-windsolar.de

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